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Samichlaus bekannt als Weihnachtsmann

Der Weihnachtsmann ist eine Symbolfigur

Der Weihnachtsmann ist eine Symbolfigur

Er verkörpert das weihnachtliche Schenken. Er ist sehr beliebt in Europa und auch in der übrigen Welt. Er wird wie folgt genannt: In der Schweiz: Samichlaus oder im Welschland père noël. Im englischen Sprachraum und der USA nennt man ihn father christmas, welcher jedoch eher unserem Christkindli gleich kommt.

Dargestellt wird er als rundlicher, freundlicher alter Mann mit langem weissem Bart, rotem und mit weissem Pelz verbrämten Gewand. Er ist meistens mit einem grossen Jutesack mit Geschenken unterwegs. Vielfach hat er eine Rute in Schweizerdeutsch Fitze bei sich. 

Angeblich bringt der Weihnachtsmann braven Kindern am Heiligen Abend Geschenke. Den unartigen Kindern hingegen bloss eine Rute. Er vereinigt somit Eigenschaften des heiligen Bischofs Nikolaus von Myra und seines Begleiters, dem Knecht Ruprecht.

Ursprung des Heiligen Nikolaus

Ursprung des Heiligen Nikolaus

Der heutige Weihnachtsmann geht vor allem auf die europäischen Volkslegenden um den heiligen Nikolaus zurück. Er ist keinesfalls gleichzusetzen mit Nikolaus von Myra. Dieser war ein Bischof im 4. Jahrhundert. Um diese Person gibt es viele Geschichten. Schon im Mittelalter wurden im Hinblick darauf Kinder am Gedenktag des heiligen Nikolaus am 6. Dezember und auch vielfach schon am Vorabend beschenkt.

Dieses Datum war früher auch der eigentliche Bescherungstag, der erst im Laufe der Reformation und infolge deren Ablehnung der Heiligenverehrung in vielen Ländern auf den 24. bzw. 25. Dezember rückte und als Christkind sich in der Bevölkerung verankerte. Grossen Anteil an der Verbreitung des Weihnachtsmannes hatte der Schriftsteller August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der 1835 das Lied "Morgen kommt der Weihnachtsmann" schrieb.

Kinderbischof mit Weisungsrechten

Kinderbischof mit Weisungsrechten

Seit dem 13. Jahrhundert verkörperte in Kloster- und Stiftsschulen ein Schüler an diesem Tag den Kinderbischof mit entsprechenden Weisungsrechten. Es ist ein Brauch, der an einzelnen Orten wieder aufgenommen wurde. Nach dem Konzil von Trient, das die Residenz- und Visitationspflicht der Bischöfe in ihren Diözesen verschärfte, trat auch der heilige Nikolaus als Visitator auf, der, in Begleitung eines gezähmten Teufels, seine Schäfchen zu Hause besuchte und kontrollierte, ob die Kinder im vergangenen Jahr brav oder unartig gewesen waren.

Die Gestalten des Nikolaus

Die Gestalten des Nikolaus
Der Samichlaus in Uitikon-Waldegg
Rentier mit Saint Nicolaus am Wasser
Das Gesicht des Chlaus
Weihnachtlicher Samichlaus vor Bäckerei Fischer in Zürich-Seebach
Weinachtsstimmung mit Sinterclaus

Die Tradition des Nikolaus lebt heute noch in Teilen Europas weiter. In den Niederlanden Sinterklaas, Belgien, Luxemburg, Nordwestdeutschland, Sachsen und der Schweiz kommt der Nikolaus am Vorabend des 6. Dezember ins Haus, um vorweihnachtliche Leckereien zu schenken oder diese in der Nacht in einen vor dem Fenster aufgestellten Nikolaus-Stiefel zu legen. In der Schweiz wird der Nikolaus jedoch Samichlaus und seine Begleitung Schmutzli genannt.

Ähnlich agiert er in Bayern und Österreich am 6. Dezember. Vielfach wird am Tag davor die wohl von den winteraustreibenden Perchten inspirierten Krampusse, die Gegenspieler sind, gesehen. In der traditionellen Version kommen sie mit einem Pferdefuss und zwei Hörnern, einer Reisigrute und über dem Teufelsschwanz einer auf den Rücken geschnallten Holzbutte. In diesen sollen angeblich die schlimmen Kinder abtransportiert werden.

Krampustag ist eigentlich der 5. Dezember. Dennoch kommt der Krampus aus praktischen Gründen oft erst am 6. Dezember gemeinsam mit dem Nikolaus. Dieser weist ihn dann bei jedem Auftritt erfolgreich in die Schranken. Der Begriff der Perchten findet sich auch in der Bezeichnung Knecht Ruprecht für den Begleiter des Nikolaus wieder.

Im fränkischen Raum ist der Pelzmärtel. Der Name kommt vom westmitteldeutschen pelzen und bedeutet prügeln. Märtel ist die Verkleinerungsform von Martin. Der Pelzmärtel ist der dunkle Gabenbringer der Begleiter des Nikolaus.

Neben dem Nikolaus hatte sich in zahlreichen Regionen des deutschsprachigen Raumes die Symbolgestalt des Christkinds herausgebildet. Dies in Abgrenzung zum Heiligen Christ, den Martin Luther an die Stelle des heiligen Nikolaus gesetzt hatte. Der Brauch des Beschenkens der Kinder an Weihnachten wurde von Luther seit etwa 1535 als Alternative zur bisherigen Geschenksitte am Nikolaustag propagiert, um so das Interesse der Kinder auf Christus anstelle der Heiligenverehrung zu lenken. Die Beschenkung war seit der Reformation auf den Heiligen Abend verlegt worden. Im Volk blieb aber der Nikolaus als Geschenkeüberbringer ebenfalls populär.

Im bekannten Weihnachtslied Morgen kommt der Weihnachtsmann, Text 1835 von Hoffmann von Fallersleben, lauten die ersten beiden Zeilen: Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gaben. Dies belegt, dass spätestens im Biedermeier die Rolle des Weihnachtsmanns als Gabenbringer allgemein bekannt war.

Die nordische Sagengestalt der Nisse vom dänischen Niels gleich Nikolaus als Wichtel adaptiert. Er erinnert mit der roten Mütze an den Weihnachtsmann. Davon abgeleitet ist der Brauch des Wichtelns in der Vorweihnachtszeit, in dem man sich gegenseitig und anonym in zufälliger Zuordnung von Schenkendem und Beschenktem beschenkt.

Skandinavien. Im nördlichen Europa existiert seit alters her eine Gestalt, die mit Rute und Nüssen die Menschen auf die lange Winterszeit vorbereitet. Die Rute galt dabei als Fruchtbarkeitssymbol, die Nüsse als gehaltvolle und haltbare Nahrung. Dieser bärtige alte Mann war in einen langen braunen Winterpelz mit Kapuze gekleidet und fuhr auf einem Rentierschlitten, sein Wohnort ist Lappland. Man geht davon aus, dass hier noch Elemente des nordischen Gottes Odin sowie des Gottes Balder enthalten waren.

Russland. Die russische Variante des Weihnachtsmanns ist die Kunstfigur Ded Moros. Bekannt als Väterchen Frost. Wörtlich übersetzt Großvater Frost. Er trägt ein blau-weisses Kostüm, was für Frost und Kälte steht. An seiner Seite ist immer ein kleines Mädchen, die Enkelin des Ded Moros, die Snegurotschka - Schneeflöckchen genannt.

Vereinigten Staaten. Europäische Auswanderer brachten den Sankt-Nikolaus-Brauch mit in die USA. Insbesondere in den niederländischen Kolonien wurde das Sinterklaasfeest gefeiert. Sankt Nikolaus ist auch der Schutzpatron von Neu Amsterdam, dem späteren New York. Aus Sinterklaas wurde Saint Claus und schliesslich Santa Claus. Der Santa Claus, steigt durch den Kamin in die Häuser ein und bringt den Kindern die Geschenke mit. Diese soll er in die dafür von den Kindern bereitgelegten grossen Socken stecken.

Der heutige populäre Mythos des Weihnachtsmanns sagt, dass er mit einem von Rentieren gezogenen fliegenden Schlitten reist, nachts durch den Kamin in die Häuser steigt und dort die Geschenke verteilt. Diese Geschichte geht zurück auf das 1823 anonym veröffentlichte Gedicht The Night before Christmas. Früher wurde es meist Clement Clarke Moore zugeschrieben. Heute gelegentlich Major Henry Livingston Junior. Auch diese Zuschreibung ist nicht gesichert. Der Autor nennt in dem Gedicht auch die Namen seiner Rentiere: Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen. Rudolph kam erst 1939 durch ein Gedicht von Robert L. May dazu. Es ist die Vorlage für das Weihnachtslied Rudolph, the Red-Nosed Reindeer von Johnny Marks.

Erscheinungsbild des Weihnachtsmannes

Erscheinungsbild des Weihnachtsmannes
Der Weihnachtsmann
Der Samichlaus
Father Christmas mit den Rentieren

Die Gestalt des heiligen Bischofs Nikolaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts säkularisiert und verlor ihren Ornat wie Albe, Stola und Chormantel oder Messegewand, Bischofsstab und die Mitra. An die Stelle des liturgischen Gewands traten Mantel und Zipfelmütze. Möglicherweise flossen Elemente von Knecht Ruprecht und Wintergestalten wie dem rauhen Percht mit ein.

Eine der ersten Beschreibungen, die der heutigen Form des Weihnachtsmannes ähnelt, stammt aus einem Gedicht des New Yorkers William Gilley. Dieser beschrieb im Jahr 1821 Santeclaus als ganz in Fell gekleidet und auf einem von Rentieren gezogenen Schlitten fahrend.

Eine weitere Darstellung findet sich in dem Gedicht The night before Christmas. A Visit from St. Nicholas von Clement Clarke Moore aus New York aus dem Jahr 1822. Er beschrieb den Nikolaus als rundlichen, lustigen Elf mit rundem kleinen Bauch, ganz in Fell gekleidet, mit glitzernden Augen, rosigen Bäckchen, einer Nase wie eine Kirsche, einem langen schneeweissen Bart und einer Pfeife.

Die Darstellung des Nikolaus im weltweit verbreiteten Kinderbuch Struwwelpeter des Frankfurter Arztes Heinrich Hoffmann, das 1844 entstand, ist der heutigen Darstellung des Weihnachtsmannes sehr ähnlich. Aus derselben Zeit stammt eine Zeichnung von Moritz von Schwind im Münchner Bilderbogen Nr. 5 von 1848 unter dem Titel Herr Winter, der eine gestrenge, ungeliebte Figur darstellt und zu dem die Menschen Distanz halten.

Der Deutsch-Amerikaner Thomas Nast, der im Jahr 1846 nach New York auswanderte und in den Vereinigten Staaten als Karikaturist bekannt wurde, zeichnete Weihnachten 1863 während des Amerikanischen Bürgerkrieges für das Magazin Harper’s Weekly einen alten, bärtigen Mann, der vom Schlitten herab die Soldaten der Unionstruppen beschenkt. Nast's Vorstellung vom Weihnachtsmann ging auf den pfälzischen Belzenickel zurück, eine regionale, Pelz tragende Weihnachtsmannfigur aus dem 19. Jahrhundert, die er noch aus Kindheitstagen kannte. Als er später dazu aufgefordert wurde, seine Zeichnung zu kolorieren, wählte er die Farben rot und weiss. Später wurde daraus der Pfeife rauchende gemütliche und fidele Alte. Diese Geschichten malte Nast bis an sein Lebensende. 1923 wurde nach dieser Vorlage im Zuge einer Werbekampagne des New Yorker Getränkehersteller White Rock Beverages für sein beliebtes Dry Ginger Ale der heute bekannte Weihnachtsmann gezeichnet.

In den 1920er-Jahren setzte sich immer mehr das rotweisse Gewand des Weihnachtsmanns durch. Die New York Times schrieb 1927: Ein standardisierter Santa Claus erscheint den New Yorker Kindern. Grösse, Gewicht, Statur sind ebenso vereinheitlicht wie das rote Gewand, die Mütze und der weisse Bart. Dieses Bild wurde von dem US-amerikanischen Grafiker und Cartoonisten Haddon Sundblom, Sohn skandinavischer Auswanderer, aufgegriffen, der 1931 für die Coca-Cola Company im Rahmen einer Werbekampagne den Weihnachtsmann zeichnete; nach eigenen Angaben in Gestalt und Aussehen seines Freundes und älteren Coca-Cola Auslieferungsfahrers Lou Prentiss. Nach dessen Tod soll Sundblom sein eigenes Gesicht mit Hilfe eines Spiegels abgezeichnet haben. Möglicherweise flossen in Sundbloms Gestalten auch skandinavische Motive ein. Bis 1964 zeichnete er jedes Jahr mindestens einen Weihnachtsmann für die Coca-Cola-Werbung und prägte so nachhaltig die Vorstellung des modernen Weihnachtsmannes.

Die Werbung war so erfolgreich, dass dieses Aussehen des Weihnachtsmannes fälschlicherweise Coca-Cola zugeschrieben wird, obwohl es regional bereits mehrere Jahre vor Beginn der Werbekampagne bekannt war. Allerdings dürften die alljährlich wiederkehrenden Werbefeldzüge des Limonadenkonzerns auf jeden Fall zu seiner weltweiten Verbreitung beigetragen und dieses Bild dabei gründlich geprägt haben.

Wohnorte des Weihnachtsmanns

Wohnorte des Weihnachtsmanns
Samichlaus wohnt im Waldhaus
Tannenbaum vom St. Nikolaus

Der amerikanische Santa Claus wohnt am Nordpol. Auch der europäische Weihnachtsmann wird im hohen Norden vermutet. So lebt er etwa nach Auffassung der Finnen im lappländischen Korvatunturi. Es wird allerdings auch behauptet, er lebe in Rovaniemi, vor allem seitdem dort 1998 ein Santapark gestaltet wurde.

Nach Überzeugung der Schweden lebt er in Dalarna, oder er hat in der alten Tradition als tomte keinen festen Wohnsitz. Nach dänischer Auffassung ist er in Grönland zu finden. In manchen Kinderbüchern hingegen wird der Weihnachtsmann als am Südpol wohnhaft beschrieben. Der Schweizer Nikolaus ist im Schwarzwald zuhause und geht am 6. Dezember mit seinem Esel auf Wanderschaft und wird vom Schmutzli begleitet. Der niederländische Sinterklaas hingegen kommt mit einem Dampfschiff aus Spanien, begleitet wird er von seinem Kompagnon, dem Zwarten Piet. Andere behaupten, dass der Weihnachtsmann bzw. dessen Ursprung aus der Region von Antalya stammen soll, was sich wohl auf den historischen Nikolaus von Myra bezieht.

Der amerikanische Weihnachtsmann fährt seine Geschenke mit einem Schlitten aus, der von bis zu zwölf Rentieren gezogen wird. Bekanntestes Rentier ist Rudolph mit der roten Nase, the Red-Nosed Reindeer. In den letzten Jahren wurden in Deutschland zur Weihnachtszeit dem Weihnachtsmann ähnliche Puppen als Fassadenkletterer an Fassaden angebracht.

Chlausenverzeichnis Schweizer Samichlaus

Chlausenverzeichnis Schweizer Samichlaus

Verzeichnis der Schweizerischen Samichläuse. Wer einen bestellen möchte, der suche den Samichlaus hier.

Weihnachtsgeschichte St. Nikolaus Myra

Weihnachtsgeschichte St. Nikolaus Myra
Die Krippe mit Maria und Josef und Jesus Christus

Es war einmal vor langer Zeit, da lebte in der reichen Stadt Patara (ehemals Lykien, heute Türkei) ein Knabe, der Nikolaus genannt wurde. Die Eltern von Nikolaus verstarben frühzeitig fast zeitgleich an einer bösen Krankheit, dadurch weinte Nikolaus Tag und Nacht. Nikolaus erbte grossen Reichtum: Gold, Silber, Edelsteine, Schlösser, Paläste und Ländereien und auch viele Untertanen, die sich um ihn kümmerten.

Auch Schafe, Pferde, Esel und noch ein paar andere Tiere gehörten ihm. Nikolaus war trotzdem sehr traurig und konnte sich über seinen Reichtum nicht freuen. Deshalb wollten ihn seine Angestellten aufmuntern. Der Hofmeister anerbot sich, ihm seine Schlösser zu zeigen.

Der Stallmeister wollte mit Nikolaus auf den schönsten Pferden durch die Ländereien reiten. Der Küchenmeister meinte, er könne doch für alle reichen Kinder der Stadt ein köstliches Essen zubereiten. Doch Nikolaus wollte von allem nichts wissen, seine Traurigkeit wurde immer schlimmer bis auch seine Tiere deutlich spürten, dass er unendlich traurig war. Sie drängten sich zu ihm. Vom Weinen müde geworden, wollte er sich schlafen legen. Ungeschickt stiess er mit dem Fuss an einen Tonkrug, in dem viele Schriftrollen steckten. Der Krug zerbrach, die Schriftrollen verteilten sich am glänzenden Boden. Nikolaus ergriff eine der Schriftrollen und begann zu lesen. Da war ein reicher Mann, der lebte herrlich und in Freuden. Da war aber auch ein Armer, der lag hungernd vor seiner Tür und wollte nur Brosamen die den Reichen vom Tische fielen. Doch diese gönnten die Reichen dem Armen nicht. Als der Arme starb, wurde er von den Engeln in den Himmel getragen. Auch der Reiche starb. Doch es kamen keine Engel, ihn zu holen.

Gleiche ich nicht dem reichen Mann in der Geschichte, dachte sich Nikolaus. Schön bin ich gekleidet, lebe mein Leben in Saus und Braus. Die Bettler draussen beim Stadttor sehe ich mit meinen Augen nicht. Morgen werde ich mein Leben ändern. So will ich früh aufstehen und mich nach ihnen umsehen. Am Morgen schlich sich Nikolaus zum Palast hinaus. Nach dem Stadttor fand er die Ärmsten der Stadt, zerlumpt, krank und elend. Als sie Nikolaus erblickten, streckten sie die Hände entgegen. Nikolaus wollte in die Tasche greifen, doch an seinem bestickten Kleid gab es keine Taschen.

Flink löste er seine schwere Goldkette vom Hals, zog sich den Ring vom Finger und gab ihnen den wertvollen Schmuck. Danach schlüpfte Nikolaus aus dem Obergewand, dem bunten Rock, den Sandalen und verschenkte auch noch seine Kleidung. Warm wurde Niklaus ums Herz. Glücklich ging er nach Hause. Er war nun wieder fröhlich. 

Am nächsten Tag beauftragte Nikolaus seinen Hofschneider mit der Aufgabe, auf seine Kleider grosse Taschen aufzunähen. Vergnügt schlüpfte er in seinen, weiten, roten Mantel und spazierte am Abend durch den Garten. Er füllte seine Taschen mit Nüssen, Äpfel und Mandarinen. Erneut schlich er sich aus dem Palast, ging zu den Armen und verteilte alles. So beschenkte Nikolaus nun fast jeden Tag die Armen der Stadt und vorbei war seine lang andauernde Traurigkeit.

Als Nikolaus zwölf Jahre wurde, besuchte er eine Schule, die weit von seinen Palästen entfernt war. Berühmte Lehrer unterrichteten ihn und unterwiesen ihn in der Heiligen Schrift. Wo er Not und Elend sah, gab er mit vollen Händen. Doch er machte dies jeweils im Verborgenen.

Als er einmal zum Gottesdienst in die Kirche trat, wurden die Worte verlesen, die Christus zum reichen Jüngling gesagt hatte: Willst du mir angehören, so verschenke alles was dir gehört an die Armen. Über diese Worte hatte Nikolaus oft nachgedacht. Nun liessen sie ihn nicht mehr los. Er rief den Haushofmeister, befahl ihm Geld und Gut an die Armen zu verteilen. Denn er wolle sich aufmachen ins Heilige Land, wo unser Herr gelebt hatte. Nikolaus litt auf seiner Pilgerfahrt oft grosse, unvorstellbare Not. Er wurde verletzt, er hatte kaum was zu essen und trinken. Bei allem Hunger blieb er aber stets fröhlich. Er zog durch das Land und predigte das Wort Gottes. Den Kindern erzählte er Geschichten aus der Bibel.

Eines Tages kehrte er in die Heimat zurück. In Myra war einige Zeit davor der alte Bischof gestorben. Als man Nikolaus erblickte fragte man, wer er sei. Ich bin Nikolaus ein Diener Christi, antwortete er. Die Leute führten Nikolaus ins Gotteshaus und ernannten ihn zum Bischof. Als er wieder ins Freie trat, erblickte Nikolaus seinen alten, grauen Esel vor der Tür angebunden. Von da an wurde der Esel sein treuer Begleiter. Nikolaus sorgte für die Gläubigen wie ein Hirt für seine Schafe.

In Zeiten der Gefahr predigte er den Christen an einsamen Orten und stärkte sie im Glauben. An seinem Geburtstag kleidete sich Nikolaus jeweils in den kostbaren Bischofsmantel und nahm den Hirtenstab zur Hand. Seinen Esel belud er mit einem schweren Sack, dieser war mit leckeren Nüssen, Mandarinen, Äpfel und Honigkuchen befüllt. Nikolaus schritt durch die Strassen und verteilte die Gaben, machte diesen Tag zu einem grossen Fest. Das hielt er so bis ins hohe Alter. Als die Stunde kam da Gott ihn heimholen wollte, fiel ihm nur eines schwer: sich von seinen Kindern zu trennen.

Bischof Nikolaus starb am 6. Dezember 352. Der Nikolaustag wird noch heute zum Andenken an Bischof Nikolaus gefeiert und kündigt als Vorbote das Weihnachtsfest an.